Corona Diary

English below.

Anfang März 2020 nahmen die Covid-19 Infektionen in Österreich in einem Ausmaß zu, dass sich die Regierung zu einem Lockdown mit sozialen Ausgangsbeschränkungen im öffentlichen Raum entschloss. Geschäfte, Schulen, Kindergärten wurden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, die Menschen wurden zum Zuhause bleiben angehalten. Das erste Wochenende, nachdem das schrittweise Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens angekündigt wurde, verbrachte ich in einer Art Endzeitstimmung. In dieser Zeit der Verunsicherung und des Realisierens der drastischen Einschnitte in mein Leben griff ich intuitiv zur Kamera, um mich weniger ohnmächtig zu fühlen. Ich begann Motive in meinem direkten Umfeld zu entdecken, die meiner Erfahrung der Isolation entsprachen. So fotografierte ich die Stille der Wohnung, die ersten Zeichen des Frühlings, der sich ja im Gegensatz zum öffentlichen Leben weiter entwickelte. Das Corona Diary war geboren. Seither dokumentiere ich beinahe täglich mein inneres und äußeres Leben. Mein Blick findet Ruhe im Lichtspiel eines spontanen Stillebens, das mir in der verordneten Langsamkeit noch stärker als sonst ins Auge springt. Die wenigen bedeutenden menschlichen Interaktionen in dieser Zeit bilde ich ab, aber auch Selbstportraits in meinen eigenen vier Wänden finden Eingang. Was als Bewältigungsstrategie begann, entwickelte sich zum eigenständigen kreativen Projekt. Die inhaltlichen Fragen, die ich mir in dieser Serie stelle, betreffen die Frage nach der Fragilität und Resilienz von uns Menschen in der Zeit der Coronapandemie. Durch die plötzlich aufgetretene Pandemie mit ihren unnerwartet schweren wirtschaftlichen und sozi- alen Konsequenzen fühlen sich viele Menschen an ihre eigene Verletzlichkeit erinnert, allen Errungenschaften zum Trotz. Kollektive Traumata einer Gesellschaft können in so einer Atmosphäre reaktiviert werden und ein konstruktiver, selbstfürsorglicher Umgang ist gerade jetzt besonders wichtig. Die Frage nach der Resilienz ist also eine zentrale. Ich forsche am eigenen Beispiel an der Frage: was gibt mir in dieser Zeit Kraft?

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At the beginning of March 2020, Covid-19 infections in Austria increased to such an extent that the government decided to lockdown with social exit restrictions in public spaces. Shops, schools, kindergartens were closed, events canceled, people stopped to stay at home. The first weekend after the gradual shutdown of social life was announced, I spent in a kind of shock. In this time of uncertainty and realizing the drastic cuts in my life, I intuitively reached for the camera in order to overcome a feeling of powerlessness. I started to discover motifs in my direct environment that corresponded to my experience of isolation. So I photographed the silence of the apartment, the first signs of spring, which, in contrast to public life, continued to develop. The Corona Diary was born. Since then, I've been documenting my inner and outer life almost every day. My gaze finds peace in the play of light in a spontaneous style life that catches my eye even more than usual in the prescribed slowness. I depict the few important human interactions during this time, but also self-portraits in my own four walls are included. What started as a coping strategy developed into an independent creative project. The substantive questions that I ask myself in this series relate to the question of the fragility and resilience of us humans in the time of the corona pandemic. The sudden pandemic, with its unexpectedly severe economic and social ramifications, reminds many people of their own vulnerability, despite all the achievements. Collective trauma of a society can be reactivated in such an atmosphere and a constructive, self-caring approach is especially important right now. The question of resilience is therefore a central one. I use my own example to research the question: what gives me strength during this time? Photography is one answer.

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"Man spürt richtig die Freude am Fotografieren. Dies macht sich auch beim Endprodukt bemerkbar. Auf einfühlsame Weise ist Maria Noisternig auf unsere Wünsche eingegangen und hat jede Menge kreativer Ideen eingebracht. Wir lieben ihre Fotos!"

Maria Pepelnik, Musikerin

Maria Noisternig

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