Innenschau (2018)

Sie sehen wie Heilige aus. Ihre Blicke gehen nach Innen. Es sind Gesichter der Selbstvergessenheit, wie man sie tausendfach in  U-Bahnen, Büros und Parks unserer Welt sieht. Diese wenig beachteten Momente der Muße, wo wir den Blick schweifen lassen und uns in Tagträumen wiederfinden. 

Es sind Pausen der Geschäftigkeit, wo nichts Produktives passiert. Nach kapitalistischen Wertmaßstäben hat die Muße ebendeshalb keinen Wert. Selbst Freizeit wird heute möglichst konsumierbar und somit verkaufsfähig gemacht. Muße hingegen, die ein großes Maß an Selbstgenügsamkeit voraussetzt, wird als Faulheit geächtet, die keine Produktivität generiert. 

Doch ist das wirklich der Fall? Studien liefern Hinweise, dass Nichtstun die Kreativität stärkt und Stress abbaut. Nur in Zeiten, wo wir keiner besonderen Aufgabe nachgehen ordnen sich unsere Eindrücke und werden im Langzeitgedächtnis abgelegt. 

Die Serie „Innenschau" ist ein Loblied auf die Muße im Alltag. Löcher in die Luft zu starren und tagzuträumen ist eine universelle menschliche Praxis, die einfach anzuwenden ist. Statt zum Smartphone zu greifen, schau doch einfach mal ins "Narrenkastl".

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Daniela Susnjara, Kleveta Kamin GmbH

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